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Die Macht der Sprache - neuer Name gesucht!


Krise, Welle, Problematik: Dem Begriff “Flüchtling” wird vor allem im medialen Diskurs eine Bedeutung aufgebürdet, welche die Thematik unvermeidlich negativ prägt. Eine Gruppe geflüchteter Menschen wird zum Strom und eine Objektivierung tritt ein: Die Welle, die Masse, die Naturkatastrophe. Die durch Menschen verursachte Unmenschlichkeit geschieht an Orten, die weit von uns entfernt scheinen. So weit, dass jemand, der vor dieser Unmenschlichkeit flüchtet, als Problem definiert wird. Die Problematik ist da; sie liegt im Wort Flücht-ling. Auch hier eine Versachlichung, der Mensch dahinter verschwindet.

Diskussionen über eine Verwendung des korrekten Begriffes sind uns allen bekannt. Was ist richtig? Was ist falsch? Der oder die Geflüchtete, ist das angemessener? Vielleicht. Aber in erster Linie sollten wir von Menschen sprechen, im Zweiten davon, dass diese Menschen flüchten mussten. Die, denen eine Flucht vor der Katastrophe gelang, sind jetzt Suchende, bei „uns“. Und wenn wir Chancen statt Krisen sehen und Möglichkeiten statt Probleme, dann können Geflüchtete auch zu Angekommenen werden.

„In der Krise vermag der Einzelne zwar vielleicht nichts auszurichten, aber in der Krise kann sich erst erweisen, dass der Einzelne sich als Mensch zeigt.“
Ai Wei Wei, 2016

Viele Initiativen haben sich in den letzten Monaten verstärkt zusammen gefunden, um die aus Krisengebieten unserer Welt geflüchteten Menschen in ihrer neuen und noch fremden Umgebung zu unterstützen. Diese Hilfe ist vielseitig und setzt oft bei den Grundbedürfnissen an: Essen und Kleidung, aber auch Privatunterkünfte werden organisiert. Nun impliziert das Wort Hilfe immer eine Bedürftigkeit auf der Seite der neu angekommenen Personen. Das ist - gerade bei den erwähnten Grundbedürfnissen - auch richtig, denn diese Menschen benötigen Unterstützung, in vielen Bereichen, u.A. beim Amtsbesuch oder beim Erlernen und Anwenden der neuen Sprache. Im weiteren Sinne ist es wichtig denen, die in ihrem Heimatland Alltäglichkeiten wie Studium, Arbeit und Freizeitaktivitäten ebenso nachgingen wie es uns hier in Frieden möglich ist, den Weg für ebendiese Routinen im neuen Umfeld zu ermöglichen.

Auch wir unterstützen (Support) mit unserer Initiative Geflüchtete (Refugees), jedoch wollen wir anstelle der Differenzierung zwischen “uns Helfenden” und “den Bedürftigen” ein inkludierendes Zeichen setzen, welches einen Dialog auf Augenhöhe und eine gemeinschaftliche Lern- und Lebensweise impliziert. Wir wollen den gesellschaftlichen Wandel durch eine offene und tolerante Gemeinschaftsbildung unterstützen, bei der die Wertschätzung einer Sprach-, Kulturen- und Perspektivenvielfalt wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist, anstatt die Unterschiede als ein Mittel zur sozialen Abgrenzung voneinander zu missbrauchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die UdK ist eine Hochschule mit Studierenden aus vielen Teilen der Erde. Wir sind auf der Suche nach einem Namen, der diese Vielfalt widerspiegelt und das Miteinander unterstreicht. Wir sind gespannt auf eure Ansichten und Vorschläge; macht mit, diskutiert und handelt.


The power of language - new name wanted!

Crisis, wave, problem: the current discourse in the media casts a rather dark shadow on the term refugee. The discussion about the correct terminology is getting louder. What is appropriate? What is not? Shouldn’t we talk about humans in the first place before judging upon their refugee status? Those who were able to escape the catastrophe are now searching for a new life here. Only if we see their arrival as an opportunity rather than a crisis, refugees will be able to settle as newcomers and continue their lives.

So at first sight there might not be anything wrong with “Support Refugees”. Nevertheless we are troubled by this term because it implies a one-sided helping structure which is not what we have in mind when thinking about the institution we want to establish at UdK. Our vision entails an open and intercultural dialogue on equal terms that reinforces a collaborative way of learning and living together. It is not only that “we”, the students, want to help “them”, the refugees but maybe we have to help each other to understand what is going on in this world at the moment. We want to foster an appreciation for the differences in cultures, languages and perspectives and counteract the abuse of it for social discrimination.

This vision should be captured in the platform's name. We are inviting you to join the discussion and want to know about your ideas and views. We are looking forward to your proposals!